6. April 2024
DIE HOFFNUNG AUFGEBEN, OHNE DICH SELBST AUFZUGEBEN
Es waren gerade 4 Menschen mit mir draussen beim Tipi-Ort und ich bin nachdenklich, denn -
es gibt im Leben Momente, wo genau das der einzige Weg ist: Die Hoffnung GANZ aufzugeben. Die Hoffnung, dass sich etwas oder jemand anders wird. Mehr so wie du es dir wünschst.
"Ich geb mir doch solche Mühe. Das kann doch nicht so schwer sein“, denkst du vielleicht. Und doch verändert er*sie*es* (fill in the blanc) sich nicht wirklich. Du kommst immer wieder an den gleichen Punkt der Unzufriedenheit.
Weisst du was? Das ist ein extrem spannender Moment. Es ist die Einladung, GANZ loszulassen.
Dazu musst du die Waffen niederlegen und dich an den dunkelsten Ort in dir sinken lassen. Dort ist Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Das Gefühl versagt zu haben und das Gefühl, dass es dir nicht vergönnt ist, das zu bekommen, was du dir wünschst. Da ist unendlich viel Traurigkeit. Bei mir hat es sich so angefühlt, als würde mich nichts und niemand jemals trösten können…
Huu - das alles zu fühlen, ist kein Zuckerschlecken.
Doch genau da geht es durch. Das ist der Nullpunkt. Danach weitet es sich wieder und du kannst dich für Zeichen, Eingebungen, Visionen oder - wenn dir das zu gross ist - ganz einfach für Ideen öffnen, was du dir WIRKLICH wünschst. Was du wirklich brauchst in diesem Leben, damit du in deine ganze Grösse wachsen und in deinen Beziehungen heilen kannst.
Das Ganze braucht viel Feingefühl und Wachheit. Du darfst keine Abkürzung nehmen und dich selbst dabei nicht aufgeben…
8. März 2024
Wenn wir etwas in der Hand haben, was wir loslassen wollen, müssen wir die Hand öffnen.
Wenn du eine Verhaltensweise oder irgendetwas Altes, was dir nicht mehr dient, loslassen möchtest, musst du im übertragenen Sinn auch deine Hand öffnen. Und zwar doppelt. Einmal um die Sache selbst Kraft deiner Absicht loszulassen. Und das zweite Mal, um die Waffen niederzulegen.
Die Waffen, mit denen du dagegen ankämpfst, dass du es bis jetzt noch nicht geschafft hast, dieses Alte abzulegen. Die Waffen, mit denen du dir Vorwürfe machst. Oder dir einredest, falsch zu sein. Oder versagt zu haben. Was auch immer. Es sind die Waffen, mit denen du gegen dich selbst ankämpft. Die Waffen, die dich dich davon abhalten, mit dir in Frieden zu kommen.
Und zwar in einen echten Frieden.
Einen, der nicht alles einfach schönredet. Einen, wo du dich nicht nur mit Zuckerguss übergiesst und dir sagst: „Ich bin ok so wie ich bin.“ Auch wenn das in einem übergeordneten Sinn stimmt, ist echter Frieden mit dir selbst VIEL MEHR.
Für echten Frieden braucht es Klarheit und Erschrockenheit. Denn du musst dir selbst in die Augen schauen können.
Und es braucht deine Bereitschaft zu trauern. Weich, tief und voller Mitgefühl.
Dann schliesst sich die Tür zu dem, was war, und loslassen ganz leicht gelingt.
Und es öffnet sich die Tür zu dem, was vor die liegt.
24. März 2021
Wusstest du, dass wir Menschen in unserem Leben zu Lieblingsstrategien machen, damit sich ein bestimmtes Bedürfnis für uns erfüllt? Das lässt sich besonders gut bei Wertschätzung beobachten. Wir wünschen uns, dass unser Partner, der eine Kollege (nicht der andere!) oder die eine Freundin etwas tut oder sagt, was in uns dieses wohlige Gefühl in uns auslöst, das auftritt, wenn wir Wertschätzung erfahren. Kennst du, oder?
In solchen Momente sind wir auch unfrei und abhängig, denn wir wollen ja unbedingt, dass er/sie z.B. sagt: „Hey, das ist dir aber gut gelungen!“ Dieser eine Satz würde schon reichen. Doch er kommt nicht…
Was schnell kommt, ist: „Du musst diese Erwartungen loslassen!“. Hat bei mir übrigens noch nie funktioniert. Diese Stimme erzeugt in mir nur Druck und Frust. Denn sie suggeriert mir auch, dass es grundsätzlich nicht gut ist, mir Wertschätzung zu wünschen. Dass ich irgendetwas falsch mache...
Meine Kindheit zu durchforsten, warum es so ist, dass ich Wertschätzung oft im Aussen suche, war für mich ein wichtiger Schritt. Dabei habe ich wichtige Aha-Momente erlebt - was befreiend ist. Die Erwartungen sind dadurch aber nicht einfach weg...
Das einzige, was bei mir funktioniert, ist: Mich wirklich mit dem Bedürfnis Wertschätzung in mir zu verbinden - und zwar in einem Moment, wo es mir gut geht. Also nicht, wenn ich gerade etwas von jemandem will. Ich schliesse dann die Augen und bringe meine Aufmerksamkeit in meinen Körper und und frage mich: „Wie fühlt sich Wertschätzung in dir an, Sandra?“.
Dann können die Wärme und das angenehme Kribbeln und die anderen Körperempfindungen auftauchen. Und ich kann eintauchen. So richtig darin baden. Mmmhhh…
Gleichzeitig möchte ich in dieser Badewanne nicht für immer bleiben - auch wenn es hier schön ist. Ich bin ein Mensch und damit ein soziales Wesen. Wir möchten alle erleben, dass sich unsere Bedürfnisse im Zusammensein mit anderen erfüllen. Nach dem Bad im Bedürfnis Wertschätzung ist es leichter eine Bitte zu stellen und offen für eine Antwort zu sein, die anders ausfällt, als das, was wir uns wünschen. Vielleicht gelingt es uns dann zu fragen: „Ich würde wahnsinnig gern Feedback bekommen. Ein kleines bisschen Angst habe ich zwar auch. Aber der Wunsch nach Ehrlichkeit und Offenheit im Umgang miteinander ist grösser. Können wir dafür nächste Woche Zeit einplanen?“